Squash Wettmärkte — Alle Wettarten bei Squash erklärt

- Welche Wettmärkte Squash von anderen Racket-Sportarten unterscheiden
- Siegerwette (Match Winner) — Der Standardmarkt
- Handicap-Wetten bei Squash — Punkte- und Satzhandicap
- Correct Score — Wetten auf den exakten Satzstand
- Totals und Over/Under — Punkte- und Satzwetten
- Spezialwetten — Erster Satz, Höchster Break, Turniersieger
- Markttiefe bei Squash — Welche Turniere bieten welche Wettarten?
- FAQ — Squash Wettmärkte
Welche Wettmärkte Squash von anderen Racket-Sportarten unterscheiden
Wenn jemand zum ersten Mal eine Squash-Wette platzieren will und nur die Siegerwette kennt, verpasst er das, was diesen Markt interessant macht. Ich sage das aus eigener Erfahrung — meine ersten zwanzig Squash-Wetten waren allesamt Match-Winner-Wetten, und die Ergebnisse waren bestenfalls mittelmäßig. Erst als ich angefangen habe, die spezifischen Wettmärkte zu verstehen, die Squash von Tennis, Badminton und anderen Racket-Sportarten unterscheiden, hat sich meine Trefferquote verändert.
Die PSA veranstaltet über 200 professionelle Turniere pro Jahr, und bei den größeren Events bieten Buchmacher mittlerweile eine beachtliche Bandbreite an Wettarten an. Das Problem: Die meisten Wetter schöpfen diese Breite nicht aus, weil sie die Mechanik der einzelnen Märkte im Squash-Kontext nicht kennen. Eine Handicap-Wette funktioniert bei Squash anders als bei Tennis — nicht in der Grundstruktur, aber in der taktischen Anwendung. Ein Correct Score bei Best-of-5 bietet andere Quotenmuster als bei Best-of-3. Und manche Spezialwetten ergeben bei Squash Sinn, die es bei anderen Sportarten gar nicht gibt.
In diesem Leitfaden gehe ich jeden relevanten Wettmarkt einzeln durch — mit Beispielen, Quotenszenarien und der Frage, wann sich welcher Markt lohnt. Keine Aufzählung, sondern ein Verständnisrahmen, mit dem du bei deiner nächsten Squash-Wette weißt, warum du dich für einen bestimmten Markt entscheidest und nicht nur aus Gewohnheit die Siegerwette anklickst.
Siegerwette (Match Winner) — Der Standardmarkt
Der einfachste Markt, und trotzdem unterschätzt. Bei einer Siegerwette — auch Match Winner oder Matchwette — tippst du, wer das Match gewinnt. Kein Satzstand, keine Punktzahl, nur das Ergebnis. Das klingt trivial, aber bei Squash steckt mehr dahinter als bei den meisten Sportarten.
Erstens: Es gibt kein Unentschieden. Squash-Matches enden immer mit einem Sieger, was die Siegerwette zu einem reinen Zwei-Wege-Markt macht. Das bedeutet niedrigere Margen als bei Fußball-Drei-Wege-Märkten und eine klarere Ausgangslage für die Quotenbewertung. Wenn ein Buchmacher Spieler A mit 1,45 und Spieler B mit 2,80 quotiert, ergibt die Summe der impliziten Wahrscheinlichkeiten rund 104,6 Prozent — die Differenz zu 100 ist die Buchmacher-Marge.
Zweitens: Squash-Matches sind volatiler als Tennis-Matches auf dem gleichen Leistungsniveau. Ein Favorit mit einer Quote von 1,30 gewinnt nicht so zuverlässig wie ein Tennis-Favorit mit derselben Quote, weil die physische Belastung im Squash — der enge Court, die kurzen Ballwechsel mit hoher Intensität — zu mehr Überraschungen führt. Ich habe in meiner Datenbank über die letzten drei Jahre eine höhere Upset-Rate bei Squash-Favoritenquoten unter 1,40 festgestellt als bei vergleichbaren Tennis-Matches. Das bedeutet: Blindes Favoritentippen ist bei Squash riskanter, aber die Außenseiterquoten bieten dafür mehr Potenzial.
Ein konkretes Szenario: PSA-Diamond-Viertelfinale, der Weltranglistenfünfte gegen die Nummer 14. Die Siegerwette steht bei 1,55 auf den Höherplatzierten und 2,45 auf den Außenseiter. Wenn du die letzten fünf Head-to-Head-Begegnungen analysiert hast und weißt, dass der Außenseiter drei davon gewonnen hat — darunter das letzte Match auf gleichem Turnierformat — dann ist die Quote von 2,45 eine potenzielle Value-Wette. Genau solche Entscheidungen werden erst möglich, wenn man den Siegerwettenmarkt nicht als simplen Tipp versteht, sondern als analytisches Werkzeug.
Was viele übersehen: Die Siegerwette ist auch der Referenzmarkt, von dem Buchmacher alle anderen Märkte ableiten. Wenn die Siegerwette falsch quotiert ist — sei es zugunsten des Favoriten oder des Außenseiters — pflanzt sich dieser Fehler durch alle abgeleiteten Märkte fort. Ein zu niedriger Favoritenpreis bei der Siegerwette bedeutet ein zu großzügiges Handicap, eine zu hohe Correct-Score-Quote auf den 3:0-Sieg und eine verzerrte Over/Under-Linie bei den Satztotals. Wer die Siegerwette richtig liest, hat damit den Schlüssel zu allen anderen Märkten in der Hand.
Handicap-Wetten bei Squash — Punkte- und Satzhandicap
Die Wette, die meinen Ansatz bei Squash verändert hat. Ich hatte lange das Gefühl, dass Siegerwetten bei klaren Favoritenlagen unbefriedigend sind — die Quoten sind zu niedrig, um attraktiv zu sein, aber der Favorit gewinnt eben meistens. Handicap-Wetten lösen dieses Dilemma, und bei Squash gibt es zwei Varianten, die sich grundlegend unterscheiden.
Satzhandicap
Beim Satzhandicap bekommt ein Spieler einen virtuellen Satzvorsprung oder -rückstand. Beispiel: Ein Favorit ist mit -1,5 Sätzen gehandicapt. Das bedeutet, er muss das Match mit mindestens zwei Sätzen Vorsprung gewinnen — also 3:0 oder 3:1 bei Best-of-5 — damit die Wette aufgeht. Die Quote steigt dadurch deutlich: Statt 1,30 auf den regulären Sieg bekommst du vielleicht 1,85 auf den Sieg mit -1,5 Satzhandicap.
Umgekehrt funktioniert das Satzhandicap für den Außenseiter: Mit +1,5 Sätzen muss er nicht das Match gewinnen, sondern nur mindestens zwei Sätze holen — also 3:2 verlieren, 3:1 verlieren (verliert die Wette) oder eben gewinnen. Das macht den Außenseitermarkt bei einseitigen Matchups plötzlich spielbar.
Punktehandicap
Das Punktehandicap geht tiefer. Hier wird die Gesamtpunktzahl aller Sätze zusammengerechnet, und ein Spieler bekommt einen virtuellen Punktevorsprung. Beispiel: Der Favorit ist mit -7,5 Punkten gehandicapt. Das Match endet 11:8, 11:9, 11:7 — der Favorit hat 33 Punkte, der Außenseiter 24. Differenz: 9 Punkte. Der Favorit hat das Punktehandicap von -7,5 also gedeckt. Wenn das Match allerdings 11:9, 9:11, 11:8, 8:11, 11:9 endet, hat der Favorit 50 Punkte und der Außenseiter 48. Differenz: 2 Punkte — das Handicap von -7,5 ist nicht gedeckt.
Das Punktehandicap belohnt tiefes Wissen über Spielertypen. Dominante Server, die ihre Aufschlagspiele klar durchbringen, decken hohe Handicaps leichter als Spieler, die durch Zermürbungstaktik gewinnen und dabei viele knappe Sätze spielen. Wer die Mechanik der Squash-Handicap-Wetten verinnerlicht, erschließt sich einen der profitabelsten Märkte in der Nische — vorausgesetzt, die Analyse stimmt.
Ein praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Ich nutze Satzhandicaps vor allem bei Matchups zwischen Spielern unterschiedlicher Ranggruppen — etwa Top-5 gegen Nummer 15 bis 25. In dieser Konstellation gewinnt der Favorit in der Mehrheit der Fälle, aber die Art des Sieges variiert stark. Das Punktehandicap setze ich dagegen bei Matches zwischen Spielern ähnlicher Stärke ein, wo die Gesamtpunktzahl oft vorhersagbarer ist als der Sieger. Beide Handicap-Typen erfordern unterschiedliche Analysemethoden, und wer sie vermischt, verliert den Überblick über seine eigene Strategie.
Correct Score — Wetten auf den exakten Satzstand
Hier wird es mathematisch — und hier werden die Quoten richtig interessant. Bei einer Correct-Score-Wette tippst du den exakten Satzstand eines Matches. Bei Best-of-5 gibt es sechs mögliche Ergebnisse: 3:0, 3:1, 3:2, 0:3, 1:3, 2:3. Das sind sechs Ausgänge, von denen jeder seine eigene Quote bekommt.
Die Quoten spiegeln die Wahrscheinlichkeit wider, und bei Squash sind die Muster aufschlussreicher als bei den meisten Sportarten. Ein 3:0-Sieg des Favoriten wird typischerweise mit Quoten zwischen 2,50 und 3,50 bewertet — das wirkt auf den ersten Blick nicht hoch, aber die Trefferwahrscheinlichkeit ist überraschend gut, wenn man die richtigen Matchups identifiziert. Bei den PSA World Championships 2025, wo Mostafa Asal den Titel holte und der Preisgeldfonds bei 600.000 US-Dollar lag, endeten die Halbfinals und das Finale häufig mit klaren Satzständen, weil die physische Belastung der vorherigen Runden die Kräfteverhältnisse verschärfte.
Die strategische Überlegung bei Correct Score: Welcher Spielertyp produziert welche Ergebnismuster? Attackspieler, die früh Druck machen und den Gegner aus dem Rhythmus bringen, tendieren zu 3:0- und 3:1-Ergebnissen. Taktiker und Defensivkünstler, die lange Ballwechsel bevorzugen und auf die Ermüdung des Gegners setzen, produzieren häufiger Fünf-Satz-Matches. Wenn du diese Muster kennst und der Buchmacher sie in seinen Quoten nicht vollständig abbildet — was bei Squash häufig der Fall ist — entstehen Value-Situationen.
Ein Warnhinweis: Correct-Score-Wetten haben eine niedrigere Trefferwahrscheinlichkeit als Siegerwetten. Du wirst mehr verlieren als gewinnen. Die Kunst liegt darin, die Wetten so zu wählen, dass die gewonnenen Wetten die Verluste überkompensieren — und das funktioniert nur mit konsequenter Analyse und striktem Staking. Correct Score ist kein Markt für Bauchgefühl-Wetter.
Was ich in der Praxis am hilfreichsten finde: Ich führe eine einfache Tabelle mit den letzten 15 Ergebnissen jedes Spielers. Daraus ergibt sich ein Ergebnisprofil — ein Spieler, der in zehn von fünfzehn Matches 3:0 oder 3:1 gewonnen hat, produziert ein anderes Correct-Score-Muster als ein Spieler, der sieben Fünf-Satz-Matches in derselben Zeitspanne hatte. Diese Profile vergleiche ich mit den Correct-Score-Quoten des Buchmachers. Wenn mein Profil eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ergebnis ergibt als die Quote impliziert, ist das ein Signal. Kein Automatismus, aber ein Anfangspunkt für eine tiefere Analyse des konkreten Matchups. Squash belohnt diese Art von Detailarbeit stärker als die meisten anderen Sportarten, weil die Buchmacher bei ihren Correct-Score-Quoten weniger eigene Analysearbeit investieren und sich stärker auf algorithmische Ableitungen verlassen.
Totals und Over/Under — Punkte- und Satzwetten
Wie viele Punkte fallen in einem Squash-Match? Wie viele Sätze werden gespielt? Totals-Wetten — auch Over/Under genannt — drehen sich genau um diese Frage, und sie bieten bei Squash eine Analysetiefe, die viele Wetter nicht auf dem Schirm haben.
Satztotals
Die einfachste Form: Over/Under auf die Gesamtzahl der Sätze. Bei Best-of-5 liegt die Linie typischerweise bei 3,5 Sätzen. Over 3,5 bedeutet, du wettest auf mindestens vier Sätze — also ein Ergebnis von 3:1, 1:3, 3:2 oder 2:3. Under 3,5 bedeutet, das Match endet 3:0 oder 0:3.
Die Quotenbewertung bei Satztotals hängt direkt vom Matchup ab. Zwei Topspieler, die sich aus zahlreichen Begegnungen kennen, tendieren zu längeren Matches — Over 3,5 ist hier statistisch wahrscheinlicher. Ein klarer Favoritensieg gegen einen niedrig platzierten Qualifikanten geht dagegen häufiger in drei Sätzen durch. Mein Ansatz: Ich schaue mir die durchschnittliche Satzanzahl der letzten zehn Matches beider Spieler an. Wenn beide über 4,0 liegen, ist Over 3,5 statistisch attraktiv — vorausgesetzt, die Quote stimmt.
Punktetotals
Punktetotals gehen einen Schritt weiter. Hier setzt du darauf, ob die Gesamtpunktzahl aller Sätze über oder unter einer bestimmten Linie liegt — etwa Over/Under 85,5 Punkte. Das erfordert ein Verständnis dafür, wie Squash-Punkte zustande kommen.
Im Point-a-Rally-System, das seit 2004 Standard ist, kann jeder Ballwechsel einen Punkt bringen, unabhängig davon, wer aufschlägt. Sätze gehen bis 11 Punkte, bei 10:10 wird bis zu einem Zwei-Punkte-Vorsprung weitergespielt. Das bedeutet: Ein Drei-Satz-Match mit klaren Sätzen (11:5, 11:6, 11:4) produziert rund 42 Punkte. Ein Fünf-Satz-Thriller mit drei Tie-Breaks (11:9, 9:11, 12:10, 8:11, 11:9) kommt auf über 100 Punkte. Die Spannweite ist enorm, und genau das macht Punktetotals so interessant — und anspruchsvoll.
Ich nutze Punktetotals vor allem bei Matchups, in denen ich eine klare Meinung zur Spiellänge habe, aber nicht sicher bin, wer gewinnt. Wenn zwei Kontrahenten mit ähnlichem Spielstil und Ranking aufeinandertreffen und ihre letzten Begegnungen alle über 80 Punkte produziert haben, ist Over auf die Punktelinie ein soliderer Ansatz als eine Siegerwette mit 50:50-Chancen.
Kombination von Totals mit anderen Märkten
Was ich über die Jahre gelernt habe: Totals-Wetten entfalten ihr volles Potenzial nicht isoliert, sondern in Kombination mit einer Spielanalyse, die auch für andere Märkte relevant ist. Wenn meine Analyse ergibt, dass ein bestimmtes Match wahrscheinlich fünf Sätze dauern wird — weil beide Spieler in den letzten Turnieren regelmäßig Fünf-Satz-Matches gespielt haben und der Head-to-Head-Record ausgeglichen ist — dann ist Over 3,5 Sätze eine logische Wette. Gleichzeitig wird aber auch die Correct-Score-Quote auf 3:2 oder 2:3 interessant, und der Außenseiter mit einem +1,5-Satzhandicap rückt in den Fokus. Die Analyse ist dieselbe, nur die Marktauswahl unterscheidet sich. Das spart Zeit und erhöht die Konsistenz.
Der Fußball hat mit rund 35 Prozent den größten Anteil am globalen Wettmarkt — dort sind Totals-Wetten auf Tore Standard und algorithmisch hochoptimiert. Bei Squash fehlt diese Optimierung, was bedeutet, dass die Totals-Linien der Buchmacher häufiger von der Realität abweichen. Für Wetter, die bereit sind, die Analysearbeit selbst zu leisten, ist das eine systematische Chance.
Spezialwetten — Erster Satz, Höchster Break, Turniersieger
Jenseits der Standardmärkte gibt es bei Squash eine Handvoll Spezialwetten, die nicht bei jedem Anbieter und nicht bei jedem Turnier verfügbar sind — aber wenn sie auftauchen, lohnt sich ein genauer Blick.
Erster Satz — wer gewinnt den ersten Satz? Klingt wie eine halbe Siegerwette, ist aber taktisch anders gelagert. Manche Spieler starten notorisch langsam in Matches — sie brauchen den ersten Satz als Aufwärmphase und drehen dann auf. Andere sind Schnellstarter, die den ersten Satz dominieren, dann aber im dritten oder vierten Satz nachlassen. Wenn du diese Muster bei den Top-Spielern der PSA kennst, bietet die Erste-Satz-Wette einen informativen Vorteil gegenüber dem Buchmacher, der seine Quote oft direkt aus der Siegerwette ableitet, ohne spielerspezifische Muster einzubeziehen.
Turniersieger — eine Langzeitwette auf den Gewinner des gesamten Turniers. Diese Wette wird in der Regel vor dem Turnier angeboten und nach dem Finale abgerechnet. Die Quoten sind naturgemäß höher als bei Einzelmatchwetten, weil der Turniersieg mehr Unsicherheit beinhaltet. Bei einem Turnier wie dem British Open oder der WM, wo das Feld 64 Spieler umfasst, liegen die Quoten auf den Topfavoriten bei 3,50 bis 5,00 und auf Geheimtipps bei 25,00 oder höher. Ich platziere Turniersiegerwetten selten, aber wenn, dann auf Spieler, deren aktuelle Form deutlich besser ist als ihre Weltranglistenposition — weil die Buchmacher bei Langzeitwetten stärker auf das Ranking gewichten als auf die Tagesform.
Weitere Spezialwetten, die gelegentlich auftauchen: Höchster Satzpunktestand in einem Match, Anzahl der Punkte im ersten Satz, oder ob mindestens ein Satz in die Verlängerung geht (über 10:10). Diese Märkte sind selten und dünn quotiert, bieten aber gerade deshalb Potenzial für Wetter, die den Sport tief verstehen. Die neue PSA-Stufenstruktur mit Diamond-, Platinum-, Gold-, Silver-, Bronze- und Copper-Events seit August 2024 hat dazu geführt, dass bei den höchsten Turnierstufen mehr Spezialmärkte angeboten werden, weil das Wettvolumen dort für die Buchmacher die Marktöffnung rechtfertigt.
Ein Aspekt, der bei Spezialwetten oft übersehen wird: das Timing. Die Quoten für Erste-Satz-Wetten und Turniersiegerwetten bewegen sich bei Squash langsamer als bei Mainstream-Sportarten, weil weniger Wetter aktiv sind und der Markt entsprechend weniger Liquidität hat. Das eröffnet ein Zeitfenster. Wenn du deine Analyse abgeschlossen hast und eine klare Meinung zum ersten Satz oder zum Turniersieger entwickelt hast, bleiben die Quoten bei Squash-Events oft noch Stunden oder sogar Tage in einer attraktiven Spanne — bei einem Fußball-Champions-League-Spiel wäre dasselbe Fenster innerhalb von Minuten geschlossen. Dieses trägere Quotenverhalten ist kein Nachteil, sondern ein struktureller Vorteil für informierte Wetter. Bei einem globalen Wettmarktvolumen von über 112 Milliarden US-Dollar fällt der Squash-Anteil kaum ins Gewicht, und genau diese Marginalität schützt die Quotenineffizienzen vor schneller Korrektur.
Wer die Spezialwetten bei Squash strategisch nutzen will, braucht keine exotischen Datenbanken. Ein Notizbuch mit den Erste-Satz-Gewinnquoten der Top-20-Spieler — wie oft gewinnen sie den ersten Satz, wie verändert sich die Quote im Saisonverlauf — reicht als Grundlage. Ich habe das über drei Saisons gemacht und festgestellt, dass bestimmte Spieler in über 70 Prozent ihrer Matches den ersten Satz gewinnen, während die Buchmacher-Quoten diese Dominanz nicht vollständig einpreisen. Das ist Value, der mit minimalem Aufwand identifizierbar ist.
Markttiefe bei Squash — Welche Turniere bieten welche Wettarten?
Nicht jedes Squash-Turnier wird gleich behandelt. Die Markttiefe — also die Anzahl und Vielfalt der angebotenen Wettarten — variiert dramatisch zwischen Turnierstufen, und wer das nicht weiß, sucht vergeblich nach Handicap-Wetten bei einem Bronze-Event.
An der Spitze stehen die PSA World Championships und die Diamond-Events mit Preisgeldern ab 300.000 US-Dollar. Hier bieten die meisten Squash-Buchmacher das vollständige Programm: Siegerwette, Satzhandicap, Punktehandicap, Correct Score, Satztotals, Punktetotals und gelegentlich Spezialwetten. Live-Wetten sind bei diesen Events die Regel. PSA-CEO Alex Gough formulierte es treffend, als er die Partnerschaft mit dem australischen Sender Fox Sports beschrieb: Es gehe darum, den Sport weltweit neuen Zielgruppen zugänglich zu machen und die globale Reichweite der PSA Squash Tour auszubauen. Mehr Reichweite bedeutet mehr Wettvolumen, und mehr Volumen bedeutet tiefere Märkte.
Bei Platinum-Events — 190.000 US-Dollar Preisgeld — ist das Angebot etwas schmaler. Siegerwette und Satzhandicap sind Standard, Correct Score und Totals sind bei den meisten Anbietern verfügbar, Punktehandicap fehlt manchmal. Live-Wetten sind möglich, aber nicht bei allen Anbietern für alle Matches.
Gold-Events mit 100.000 US-Dollar Preisgeld markieren die Grenze: Hier bieten manche Anbieter nur noch Siegerwetten und Satztotals an. Handicap und Correct Score sind die Ausnahme. Unterhalb der Gold-Stufe — Silver, Bronze, Copper — schrumpft das Angebot auf Siegerwetten oder fällt ganz weg. Die PSA veranstaltet über 200 Turniere pro Jahr weltweit, aber nur bei einem Bruchteil davon ist die Markttiefe ausreichend für differenzierte Wettstrategien.
Was das für deine Wettplanung bedeutet: Konzentriere dich bei der Saisonplanung auf die Termine der Diamond- und Platinum-Events. Das sind die Wochen, in denen du die volle Bandbreite der Wettmärkte nutzen kannst. Bei kleineren Events kannst du Siegerwetten platzieren, wenn deine Analyse einen klaren Edge ergibt — aber erwarte dort keine Markttiefe, die über das Minimum hinausgeht. Diese Saisonalität der Markttiefe ist ein Squash-Spezifikum, das es bei Fußball oder Tennis in dieser Form nicht gibt, und wer sie in seine Strategie einplant, verschwendet keine Zeit mit der Suche nach Märkten, die nicht existieren.
Ein letzter Gedanke zur Markttiefe: Mit dem olympischen Debüt von Squash bei den Spielen in Los Angeles 2028 — 16 Spieler pro Geschlecht, Austragungsort ist der Comcast Squash Center bei Universal Studios — wird die Nachfrage nach Squash-Wetten einen historischen Höhepunkt erreichen. Die Buchmacher werden reagieren müssen, und die Markttiefe bei olympischen Squash-Matches wird voraussichtlich auf dem Niveau liegen, das heute nur bei den World Championships zu finden ist. Für Wetter, die sich jetzt mit den verschiedenen Wettarten vertraut machen, ist das eine Investition in die eigene Kompetenz, die sich ab 2028 auszahlen wird.
FAQ — Squash Wettmärkte
Was ist ein Handicap bei Squash-Wetten?
Ein Handicap gibt einem Spieler einen virtuellen Vorsprung oder Rückstand in Sätzen oder Punkten. Beim Satzhandicap muss der Favorit mit einem bestimmten Satzvorsprung gewinnen, beim Punktehandicap wird die Gesamtpunktzahl aller Sätze herangezogen. Handicap-Wetten machen einseitige Matchups attraktiver, weil sie höhere Quoten auf den Favoriten und bessere Absicherung auf den Außenseiter bieten.
Wie funktioniert eine Correct-Score-Wette beim Squash?
Bei einer Correct-Score-Wette tippst du den exakten Satzstand eines Matches. Bei Best-of-5 gibt es sechs mögliche Ergebnisse: 3:0, 3:1, 3:2, 0:3, 1:3 und 2:3. Die Quoten sind höher als bei Siegerwetten, weil die Trefferwahrscheinlichkeit niedriger ist. Correct Score belohnt tiefes Wissen über Spielertypen und ihre typischen Ergebnismuster.
Gibt es bei Squash auch Langzeitwetten auf Turniersieger?
Ja, bei den großen PSA-Events wie den World Championships, dem British Open und Diamond-Turnieren bieten viele Buchmacher Turniersiegerwetten an. Die Quoten werden vor Turnierbeginn gestellt und nach dem Finale abgerechnet. Topfavoriten stehen typischerweise bei 3,50 bis 5,00, Außenseiter bei 25,00 oder höher.
Verfasst vom Team von „Squash Wetten”.
